|
|
|
Shaolin Karate-Do Warum ein neues Karatesystem? In den Jahren 1988 bis 1995 entwickelte W. Horstmann mit seinen Lehrern ein Verändertes, an die modernen Bedürfnisse angepaßtes Übungs- und Lehrsystem, das sich mittlerweile unter dem Namen Shaolin-Karate durchgesetzt hat. Die Beweggründe dafür waren folgende: Der Weg zu dieser Erkenntnis verlief in der nachfolgend beschriebenen Weise: Horstmann führte dies vor allem auf zwei Ursachen zurück: 1. Shaolin-Si ist zu anspruchsvoll um es als "Breitensport" zu unterrichten. Um dieses System zu "besitzen" sind tägliches mehrstündiges Training über 10 bis 15 Jahre erforderlich. Außerdem ist die gesamte Lebenshaltung darauf einzustellen. 2. Shaolin-Si ist ein "altes", ein archaisches System. Nur wenige moderne Menschen, insbesondere Europäer, haben ein Bewegungsgefühl und ein Verständnis, welches es erlaubt die Bewegungen in der richtigen Weise auszuführen. Damit ist vor allem gemeint, daß die Bewegung an der richtigen Stelle (Hara, Mitte) festgemacht ist. Menschen, die keine gründliche Zenausbildung genossen haben, neigen sehr stark dazu ihre Vorstellungen und Projektionen in die Bewegung einzubringen, was dazu führt, dass die Bewegung verzerrt, verspannt oder in irgend einer anderen Art entstellt wird bis sie zu reinem "Gehabe" verkommt. Diese Art Techniken auszuführen ist in der Budowelt übrigens weit verbreitet. An dieser Stelle wurde Horstmann klar, dass er das alte Shaolin System "modernisieren", das bedeutet, den neuen veränderten Verhältnissen anpassen musste um es schließlich in alter, unverwässerter Weise zu erhalten. Etwa zu diesem Zeitpunkt traf er wieder mit seinem Lehrer zusammen, wodurch er viele Dinge der Gründerzeit noch einmal Neu und in anderen Zusammenhängen begreifen lernte. Er verstand nun aus eigener Erfahrung, was sich in den Jahrhunderten abgespielt haben mußte, die vom Shaolin-Klostersystem zum Karate-Do der sechziger Jahre führten. Es ist ja allgemein bekannt, daß Karate sich aus Shaolinformen der harten Schule entwickelt hat. Unter dem Einfluß des japanischen Zen und der vom chinesischen völlig unterschiedlichen japanischen Mentalität und Arbeitsweise entwickelten sich die Budoarten zu sportlich hand-habbaren Formen, die auch von Laien und Hobbysportlern losgelöst von philosophischen Vorstellungen in akzeptabler Weise praktiziert werden können. Die im modernen Karate-Do auf das Wesentliche reduzierten Grundelemente der Bewegung drücken nicht nur den Geist des Zen aus, sondern bilden eben dadurch eine methodisch, didaktische Grundlage, an Hand derer jedem normalen Menschen eine in sich stimmige, gewurzelte Bewegungsweise vermittelt werden kann. Allerdings muss an dieser Stelle gesagt werden, dass das moderne Sportkarate diese Wurzeln auch schon lange verlassen hat. Die Entwicklungen haben dem Karate-Begründer Funakoshi nachträglich wohl doch Recht gegeben, der sich gegen eine wettkampfmäßige Ausübung des Karate wandte und dafür von seinen Schülern zeitweise geächtet wurde. Horstmann erkannte, daß die klaren Grundbewegungselemente des Karate als Basis für Shaolin Trainingsprinzipien ein gigantisches Potential und eine ungeheure Brisanz bieten mußten. Seit Anfang der neunziger Jahre führte er deshalb in allen Gruppen der Vereinigung ein an der Grundschule des Karate-Do orientiertes Basistraining ein. Kurz gesagt vereinigt Shaolin-Karate zwei der wirksamsten und traditionsreichsten Kampfkünste in idealer Weise. Es gibt keine Kampfkunstausbildung, die so schnell und umfassend in eine Grundbewegungslehre einarbeitet wie das Basistraining des klassischen Karate-Do. Mit Hilfe dieser Grundübungen werden eine Körperstatik, Flexibilität, Kraft und Schnellkraft entwickelt, die unerläßlich für eine weitere qualitativ hochstehende Ausbildung ist. Außerdem sind Karatebewegungen für die meisten Menschen verständlich und leicht erlernbar. Die Shaolin-Trainingssysteme und Techniken bereichern das Karatesystem und runden es ab. Shaolintechniken sind runder, schneller und geschmeidiger als grundschulmäßiges Karate, welches allerdings unerläßlich für eine solide Basis ist. Spezielle Shaolin-Trainings- und Atemmethoden setzen überdies Maßstäbe für die körperliche Entwicklung. So bereichern und entfalten die Shaolintechniken das von manchen Menschen als etwas starr empfundene klassische Karate, während das Karate (welches sich ja aus dem Shaolin entwickelt hat) dem Shaolin die bestmögliche Basis liefert. Wir möchten hier noch einmal darauf hinweisen, dass authentisches Shaolin-Karate ausschließlich innerhalb der Vereinigung gelehrt und unterrichtet wird. |
|